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Ein Tag Schule ohne Strom: Hunzenschwil startet in Energiebildungsprojekt

Für einmal blieben am vergangenen Freitag die Lichter aus. Im Rahmen des Energiebildungsprojekts „Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule“ verzich-teten die Oberstufe und Primarschule für einmal auf Strom aus der Steckdose. Passend zum Bau der Solaranlage auf dem eigenen Dach werden im kommen-den Schuljahr weitere Aktionen folgen.

Die Überraschung war gross, an diesem Septembermorgen an den Schulen Hunzenschwil. Kein Gong, welcher den Unterrichtsstart ankündigt. Kein Licht, welches die Gänge erhellt. Kein Strom, welcher die Fensterstoren bewegt. Kurze Zeit später lüftet Schulleiter Daniel Meier das Geheimnis: Einen Tag Schule ohne Strom, ganz bewusst als Startschuss ins Energiebildungsprojekt „Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule“. Während sich die Oberstufenschüler vergebens auf einen schulfreien Tag gefreut haben, strömen die Primarschüler bereits in die Klassenzimmer. Diese sind für einmal nur durch Kerzen erhellt, welche für eine warme, ja fast festliche Atmosphäre sorgen.

Startschuss für Energiebildungsprojekt

Der sogenannte „Black Out Day“ bildet dabei den Startschuss in das einjährige Bildungsprojekt zu den Themen Energie, Klimawandel und Nachhaltigkeit. Dafür arbeiten die Schulen mit dem Solarbildungsprojekt „Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule“ (JZZ) der Klimaschutzorganisation myblueplanet zusammen. Diese unterstützt die Lehrpersonen mit konkreten Ideen und Inputs für einen erlebnisorientierten Unterricht – innerhalb und ausserhalb des Klassenzimmers. Der geplante „Black Out Day“ sorgte dabei vielerorts für unterschiedliche Herausforderungen. Im Lehrerzimmer kam der Kaffee an diesem Tag aus Thermoskannen anstelle der Kaffeemaschine. In den Klassenzimmern blieb das SmartBoard für einmal dunkel, und der Solartaschenrechner funktionierte im Kerzenlicht nur sporadisch. Alles halb so wild, sind sich Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen einig: „Es war cool, einmal einen anderen Schultag zu erleben. Und ich war mir gar nicht bewusst, was alles Strom braucht damit es funktioniert“, erklärt eine Primarschülerin. „Rechnen und Schreiben funktioniert schliesslich auch ohne Strom.“, erklärt Lehrerin Dora Zimmermann. Sie führte mit ihrer Klasse ein Gedankenexperiment durch: Was wäre, wenn man in ganz Hunzenschwil einen Tag ohne Strom verbringen würde? Würde man ohne Wecker überhaupt aufwachen? Was würde das Mami wohl zu Mittag kochen?

Energie und Klima wird Teil des Schulalltags

Für Schulleiter Daniel Meier zeigt dieser Anlass exemplarisch, wie das Thema Energie und Klima zukünftig Teil des Schulalltags sein werde in Zukunft. Es soll die Schülerinnen und Schüler zum Denken und Reflektieren anregen. Der Zeitpunkt sei dabei kein Zufall, wie Schulleiter Daniel Meier erklärt: „Im kommenden Jahr wird auf dem Neubau auch eine Solaranlage montiert. Für uns ist das die perfekte Gelegenheit, das Thema mit den Kindern und Jugendlichen aufzunehmen und erlebbar zu machen“. Dieser Black-Out-Day ist für uns zudem der Startschuss für die in der kommenden Woche stattfindende Projektwoche zum Thema „Energie und Klima“. Geplant sind zudem eine Reihe von Aktionen, sowohl für den Schulunterricht, als auch für das Schulumfeld: „Das Projekt JZZ ist ein Gemeinschaftsprojekt und wir wollen die Chance packen, das gesamte Schulumfeld mit
einzubeziehen.“ wie Meier weiter ausführt. Geplant sind eine Tauschbörse, ein Klimafilmfestival und ein Einweihungsfest.

Crowdfunding ermöglicht Bildungsprojekt

Ermöglicht wird dieses Bildungsprojekt durch ein innovatives Crowdfunding. Unter www.jzz.ch/hunzenschwil können einfach und unkompliziert ideelle Solarzellen gespendet werden. Der Erlös fliesst vollumfänglich ins Bildungsprojekt und ermöglicht für die Kinder und Jugendlichen einen packenden und erlebnisorientierten Zugang zu den Themen Energie und Klimawandel. Die Solaranlage selbst wird ermöglicht durch die Energie Hunzenschwil (ENH). Diese finanziert die Anlage und gibt den Bau in Auftrag. Und auch diese stellt die Weichen für die Zukunft: Für jeden Spender investiert die ENH zusätzlich eine Tranche Aargauer Naturstrom, jede Spende wirkt somit also doppelt.

Stolze Gemeindepräsidentin

Auf Seiten der Gemeinde ist man über das Gemeinschaftsprojekt begeistert: „Wir sind stolz, auf solch engagierte Lehrpersonen zählen zu dürfen, die mit diesem Projekt einen wertvollen Beitrag zu einem nachhaltigen Hunzenschwil leisten“, zeigt sich Gemeindeamman Silvana Richner beeindruckt. Und auch das Engagement der ENH sei keine Selbstverständlichkeit und leiste einen wertvollen Beitrag zur Energiewende, ergänzt sie anerkennend.
[Bericht und Bilder: Manuel Scherrer / myblueplanet]

  • Unterricht bei Kerzenlicht
  • verschlossene Türen
  • wartende Schüler

Kontakt

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